Lieber Herr Pfarrer, lieber Seelsorger,
heuer feiern wir zum 100. Mal den Sonntag der Weltkirche. Die Idee stammte bereits im 19. Jahrhundert von der seligen Pauline Marie Jaricot, die 1822 das „Werk zur Verbreitung des Glaubens“ gegründet hatte. Sie hatte in Frankreich gelebt und von den schwierigen Umständen der Missionare erfahren. So gründete sie Gebetskreise und später eine Sammelaktion, die bald zum „päpstlichen Missionswerk“ wurde. 1927 rief Papst Pius XI. den „Sonntag der Weltkirche“ ins Leben, der genau diese Ziele verfolgte: füreinander beten, eine weltweite christliche Gemeinschaft bilden und miteinander solidarisch sein.
Papst Leo hat für 2026 das Motto gewählt: „Eins in Christus, vereint in der Mission“ und betont, das Wichtigste ist, in Christus verwurzelt zu sein. Nur wenn unser Glaube die vertikale Verbindung zu Gott hat, findet auch die horizontale Verbindung zu den Menschen ihren Sinn.
Papst Leo unterstreicht in seiner Botschaft auch, dass die „Einheit die Voraussetzung für die Mission ist und die Liebe ihr Inhalt. Die Frohe Botschaft, die die Kirche verkündet, ist kein abstraktes Ideal, sondern die konkrete, treue Liebe Gottes, die im Leben Jesu Christi sichtbar geworden ist.“
Liebe Priester, beten wir auch am heurigen Sonntag der Weltmission für unsere Missionare um Kraft und Ausdauer, um den Heiligen Geist und um immer wieder neue Erkenntnisse, denn auch die Mission ist im Wandel begriffen. Beten wir um Berufungen, hier bei uns und in den Missionsländern. Christus fordert uns heute wie früher heraus, uns für die globale Gerechtigkeit, das partnerschaftliche Miteinander und den interkulturellen Dialog einzusetzen. Denn Mission bedeutet heute vor allem Begegnung auf Augenhöhe und gemeinsames Lernen.
Missio organisiert im Oktober eine Gebetsandacht und verbindet dies mit der Aussendung einer jungen Frau, Katharina, die für ein ganzes Jahr nach Kolumbien gehen und dort die Consolata Missionare in ihrer pastoralen Arbeit unterstützen wird. Der Herr Bischof wird sie segnen und ihr das Missionskreuz mit auf dem Weg geben. Nähere Informationen werden später bekannt gegeben.
Wie es nun bereits seit 100 Jahren Tradition ist, kommt die Sammlung an diesem Sonntag den ca. 1.100 ärmsten Diözesen in der Welt zugute. Alle Pfarreien weltweit führen diese Sammlung durch und beten füreinander. Wir können uns heute ganz besonders dieser weltweiten Gemeinschaft bewusst sein.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen schönen Sonntag der Weltmission und sage aufrichtigen Dank für Ihren Einsatz und Ihre Großzügigkeit.
Mit herzlichen Grüßen
Dr. Irene Obexer Fortin
Amtsleiterin missio Bozen-Brixen
Bozen, den 5. August 2026