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Aus dem Wasser der Taufe


Riten in der Kirche und Zuhause

 

Schon seit zehn Monaten sind die Tauf- und Weihwasserbecken in unseren Kirchen aus hygienischen Gründen leer. Wir sind es fast schon gewohnt. Mit der folgenden Initiative möchten wir den schlichten aber bedeutsamen Ritus der Tauferinnerung beim Betreten und Verlassen der Kirche neu zu beleben. Zugleich wird an das Segnen zuhause erinnert. 

Hier in Folge  finden sich eine Reihe von Materialien und Unterlagen:

  • Einführungstext für das Pfarrblatt, Langversion
  • Einführungstext für das Pfarrblatt, Kurzversion 
  • Plakat mit dem Gebetstext, das über oder in der Nähe des Weihwasserbeckens angebracht werden kann, als Word-Datei zum Anpassen an die eigene Pfarrei.
  • Faltblatt als Word-Datei zum Anpassen an die eigene Pfarrei.
  • Gebetstext als Textbox zum Ausschneiden für das Pfarrblatt oder als Gebetskärtchen 
  • Predigtvorlage für den Gottesdienst. 
  • Faltblatt zum Thema “Segnen in der Familie” vom Amt für Schule und Katechese.

Wichtig ist, dass Sie sich einen guten Zeitpunkt zum Beginnen auswählen, dann aber immer wieder im Gottesdienst und bei verschiedenen Gelegenheiten dazu einladen und motivieren. Ideal wäre es, vom Fest der Taufe des Herrn über die Fastenzeit hin zur Osternacht einen Bogen zu spannen: Als Christen leben wir aus dem Wasser der Taufe und wirken als Werkzeug der Liebe in der Welt.

 

Zuletzt noch eine praktische Anregung für die Umsetzung:

An einem geeigneten Tag (Erscheinung des Herrn, Taufe des Herrn oder Darstellung des Herrn) können Sie die Gläubigen einladen, ein Fläschchen mit frischem Wasser mit in den Gottesdienst zu bringen. Dieses wird im Gottesdienst für den Gebrauch zuhause geweiht.

Materialien und Unterlagen

Aus dem Wasser der Taufe: Riten in der Kirche und Zuhause.

Es ist ein kleiner und unscheinbarer Ritus, der uns allen geläufig ist. Das Weihwasser, das Kreuzzeichen beim Betreten einer Kirche. Mit diesem Ritus erinneren wir uns an unsere Taufe. Ebenso bekreuzigen wir uns beim Verlassen der Kirche und treten so bewusst als Getaufte, als von Christus gesandte in den Alltag hinaus. 

Nun sind schon seit dem Frühjahr die Weihwasserbecken in unseren Kirchen leer und uns fehlt dadurch ein vertrauter Ritus. Vielleicht kann uns die gegenwärtige Situation aber auch helfen. Wie oft haben wir uns fast reflexartig mit dem Weihwasser bekreuzigt, ohne wirklich darüber nachzudenken, was wir hier eigentlich tun? Aber auch ohne Weihwasser können wir uns neu auf die schöne Symbolik des Ritus besinnen, den wir beim Eintreten und Verlassen der Kirche vollziehen.

Mit dem Ritus beim Betreten und Verlassen der Kirche erinnern wir uns an die Zusage, dass Gott uns in der Taufe annimmt, sodass wir jederzeit voll Vertrauen zu ihm kommen können. Unser Leben ist in seiner Hand geborgen, auch wenn es manchmal schwer ist und auch wir selbst nicht vollkommen sind.  Gott nimmt uns an, so wie wir sind. Er vertraut uns seine Frohbotschaft an, die wir als Boten und Botinnen, als Werkzeug seiner Liebe in die Welt tragen sollen.

Das Fest der Taufe des Herrn ist eine gute Gelegenheit, in unseren Pfarreien und Gemeinschaften, als Erwachsene und mit unseren Kindern das Kreuzzeichen beim Betreten und Verlassen der Kirche ins Licht zu rücken. Wir bekreuzigen uns ganz bewusstund können das mit einem kurzen Gebet verbinden, das leicht auswendig zu lernen ist:

 

Kreuzzeichen beim Betreten der Kirche:

Im Wasser der Taufe

hast du mich in Liebe angenommen. 

Zu dir komme ich im Gebet.

 

Kreuzzeichen beim Verlassen der Kirche

Aus dem Wasser der Taufe

hast du mich in die Welt gesandt.

Mach mich zum Werkzeug deiner Liebe.

 

Zuhause

Auch das Segnen mit Weihwasser zu Hause erinnert uns an unsere Taufe. Für die Eltern kann dies eine schöne Art sein, mit ihren Kindern gemeinsam auf dem Weg mit Gott zu bleiben. Nicht nur die Kinder, sondern auch Eltern werden dabei neu erleben, wie wohltuend es ist, sich von Gott angenommen zu wissen und so einander anzunehmen. 

Gott wohnt mitten in unserem Alltag, in unseren vier Wänden! Er ist immer und überall da in unserem Leben. Dass wir von ihm angenommen und ebenso von ihm gesandt sind, daran erinnern uns die Weihwasserbrunnen, die wir in vielen Häusern haben. 

So möchten wir mit dem Fest der Taufe des Herrn dazu einladen, auch zu Hause den schönen Ritus des Segnens zu leben. Wenn Sie sich gegenseitig mit Weihwasser segnen, ist das eine Erinnerung an die Taufe und es können sich liebevolle Rituale entwickeln. Der Segen ist Ausdruck der Gewissheit,  dass Gott sich uns zuwendet und dich/uns als Botinnen und Boten seiner Liebe sendet. 

Beispiele für Segensgebete, die an Situationen angepasst werden können: 

  • Der Herr segne und behüte dich,
    er schaue dich in Liebe an und
    … sei dir nahe.
    … schenke dir einen guten Schlaf.
    … begleite dich durch diesen Tag.
    … 
  • Der gute Gott segne und behüte dich!
  • Du bist in Gott geborgen!
  • Gott hat dich lieb und segnet dich!

Aus dem Wasser der Taufe: Riten in der Kirche und Zuhause.

Schon seit zehn Monaten sind die Weihwasserbecken in unseren Kirchen aus hygienischen Gründen leer. Aber auch jetzt können wir uns beim Betreten und Verlassen der Kirche an die Taufe erinnern. An der Türschwelle der Kirche nehmen wir uns kurz Zeit zum Innehalten, stellen uns vor Gottes Angesicht und bekreuzigen uns. Ein kurzes Gebet erinnert uns daran, dass wir als Getaufte vor Gott stehen.

 

Kreuzzeichen beim Betreten der Kirche:

Im Wasser der Taufe

hast du mich in Liebe angenommen. 

Zu dir komme ich im Gebet.

 

Kreuzzeichen beim Verlassen der Kirche

Aus dem Wasser der Taufe

hast du mich in die Welt gesandt.

Mach mich zum Werkzeug deiner Liebe.

 

Die Erinnerung an die Taufe ist ein schönes Element auf dem Glaubensweg. Wir sind eingeladen uns auch zuhause gegenseitig zu segnen oder für uns selbst um Gottes Segen zu bitten, zum Beispiel beim Verlassen des Hauses, in besonderen Lebensmomenten… 

Beispiele für Segensgebete, die an Situationen angepasst werden können: 

  • Der Herr segne und behüte dich,
    er schaue dich in Liebe an und
    … sei dir nahe.
    … schenke dir einen guten Schlaf.
    … begleite dich durch diesen Tag.
    … 
  • Der gute Gott segne und behüte dich!
  • Du bist in Gott geborgen!
  • Gott hat dich lieb und segnet dich! 

Dieses Plakat kann über oder in der Nähe des Weihwasserbeckens angebracht werden. Es steht als Word-Datei zum Anpassen an die eigene Pfarrei zur Verfügung.

Auch dieses Faltblatt steht als Word-Datei zum Anpassen an die eigene Pfarrei zur Verfügung.

Gebetstext als Textbox zum Ausschneiden für das Pfarrblatt oder als Gebetskärtchen

Evangelium: Mk 1,7-11

 

Sie finden hier einige Impulse für die Predigt. Es ist kein ausformulierter Text - bitte passen Sie den Inhalt an den Bedarf in Ihrer Situation an!

 

Markus setzt die Erzählung von der Taufe Jesu ganz an den Anfang seines Evangeliums. Es gibt in seinem Evangelium keine Weihnachtsgeschichte, keine Erzählungen aus der Kindheit Jesu. Während Matthäus und Lukas am Anfang ihrer Evangelien der irdischen Abstammung Jesu und seiner menschlichen Geburt Aufmerksamkeit widmen, interessiert sich Markus vor allem für Jesu “Geburt von oben” (Joh 3,3). Als entscheidenden Moment macht Markus hier die Taufe Jesu im Jordan aus. 

Auch für uns gibt es gleichsam zwei Momente der Geburt: die Geburt ins irdische, physische Leben und die Geburt in das Leben als Kinder Gottes. Auch für uns ist die Taufe der entscheidende Moment, mit dem wir hineingenommen sind in die Wirklichkeit des Lebens, des Todes und der Auferstehung Jesu Christi.

“Du bist mein geliebter Sohn”: lassen wir diese Worte nochmals in uns nachklingen. In diesem “Du” ist nicht nur Jesus allein gemeint. Auch wir sind durch die Taufe mit hineingenommen in dieses Geschehen. “Du”, ja genau Du bist mein geliebter Sohn.

Fast möchte man gleich dazufügen “meine geliebte Tochter” - so würde es unserem heutigen Empfinden entsprechen. Doch lohnt es sich - bevor dieser richtige Schritt gemacht wird - noch kurz beim “Sohn” stehen zu bleiben. Das Markusevangelium zitiert hier Psalm 2,7. Dieser Psalm ist einer der Thronbesteigungspsalmen, d.h. eines der Gebete und Lieder, die bei der Krönung eines Königs verwendet wurden. Mit “Sohn” ist hier nicht einfach ein Kind gemeint, sondern der Kronprinz, der Thronfolger, der gerufen ist, das Amt und das Vermächtnis der Königs zu übernehmen. “Mein Sohn bist du” heißt also soviel wie: ich sende dich, du bist mein Statthalter, du bist mein Beauftragter.  

In der Taufe sind wir alle in diesem Sinne “Söhne” Gottes geworden: Gott schenkt uns seine Liebe und macht uns dabei zu Gesandten, zu seinen Stellvertretern als Boten der Liebe. Und selbstverständlich gilt das auch für die “Töchter”.

Du bist mein geliebter Sohn, meine geliebte Tochter: das Geheimnis der Taufe ist in dieser einen Zusage schon ganz enthalten. Gott nimmt mich an in Liebe und er macht mich zum Boten seiner Liebe. Er beschenkt und beauftragt mich mit seiner Liebe.

Die Weihwasserbecken am Eingang unserer Kirche haben hier einen wichtigen Zweck. Sie erinnern uns daran, dass am Anfang unseres Christseins nicht eine Leistung steht, sondern eine liebevolle Zusage: du bist mein geliebter Sohn, meine geliebte Tochter. 

Nun sind schon seit dem Frühjahr die Weihwasserbecken in unseren Kirchen leer und uns fehlt dadurch ein vertrauter Ritus. Vielleicht kann uns die gegenwärtige Situation aber auch helfen. Wie oft haben wir uns fast reflexartig mit dem Weihwasser bekreuzigt, ohne wirklich darüber nachzudenken, was wir hier eigentlich tun? Aber auch ohne Weihwasser können wir uns neu auf die schöne Symbolik des Ritus besinnen, den wir beim Eintreten und Verlassen der Kirche vollziehen.

Mit dem Ritus beim Betreten und Verlassen der Kirche erinnern wir uns an die Zusage, dass Gott uns in der Taufe annimmt, sodass wir jederzeit voll Vertrauen zu ihm kommen können. Unser Leben ist in seiner Hand geborgen, auch wenn es manchmal schwer ist und auch wir selbst nicht vollkommen sind.  Gott nimmt uns an, so wie wir sind. Er vertraut uns seine Frohbotschaft an, die wir als als Boten und Botinnen, als Werkzeug seiner Liebe in die Welt tragen sollen.

Das heutige Fest der Taufe des Herrn ist eine gute Gelegenheit, das Kreuzzeichen beim Betreten und Verlassen der Kirche ins Licht zu rücken. Wir bekreuzigen uns ganz bewusst und können das mit einem kurzen Gebet verbinden, das leicht auswendig zu lernen ist:

 

Kreuzzeichen beim Betreten der Kirche:

Im Wasser der Taufe

hast du mich in Liebe angenommen. 

Zu dir komme ich im Gebet.

 

Kreuzzeichen beim Verlassen der Kirche: 

Aus dem Wasser der Taufe

hast du mich in die Welt gesandt.

Mach mich zum Werkzeug deiner Liebe.

 

(evtl hier Hinweise auf Materialien einbringen, die im Pfarrblatt oder am Schriftenstand zu finden sind)

Auch das Segnen mit Weihwasser zu Hause erinnert uns an unsere Taufe. Für die Eltern kann dies eine schöne Art sein, mit ihren Kindern gemeinsam auf dem Weg mit Gott zu bleiben. Ein kleiner Ausflug in die Kirche kann genauso wie das Segnen beim Verlassen des Hauses ein inniger Moment sein, um ins Gespräch zu kommen. Nicht nur die Kinder, sondern auch Eltern werden dabei neu erleben, wie wohltuend es ist, sich von Gott angenommen zu wissen und so einander anzunehmen. 

Gott wohnt mitten in unserem Alltag, in unseren vier Wänden! Er ist immer und überall da in unserem Leben. Dass wir von ihm angenommen und ebenso von ihm gesandt sind, daran erinnern uns die Weihwasserbrunnen, die wir in vielen Häusern haben. 

So möchten wir mit dem Fest der Taufe des Herrn dazu einladen, auch zu Hause den schönen Ritus des Segnens zu leben. Wenn Sie ihr Kind mit Weihwasser segnen, ist das eine Erinnerung an die Taufe und es können sich liebevolle Rituale entwickeln. Der Segen ist Ausdruck der Gewissheit,  dass Gott sich dir/uns zuwendet und dich/uns als Botinnen und Boten seiner Liebe sendet. 

 

Du bist mein geliebter Sohn, meine geliebte Tochter